Adobe stellt Muse ein

Muse ist ein layoutorientiertes Programm um Webseiten zu erstellen. Viele toll gestaltete Webseiten wurden in den letzten acht Jahren mit Muse erstellt. Viele Designer lieben Muse. Muse hat zwar eingeschränkte  Schnittstellen zu weitergehenden Lösungen. Mit responsiven Layouts tat sich das junge Muse eher schwer. Das Programm war jedoch seit Beginn nicht dazu konzipiert, umfangreiche Webseiten zu erstellen. Doch Muse konnte als Schnittstelle HTML einfügen, Link-Anker verwenden und das arbeiten mit der Widget-Bibliothek schätzten viele Anwender. Muse, verbunden mit gestalterischer Kompetenz, das konnte Eindruck machen.

Am 26. März 2018 veröffentlichte Adobe die letzte Version von Adobe Muse. Technische Unterstützung gibt es bis 20. Mai 2019. Dann werden die mit Muse erstellten Webseiten ihrem Schicksal überlassen. Adobe verweist auf neue Lösungen wie Adobe XD, Adobe Spark Page, Adobe Portfolio und die Adobe Béhance-Plattform. Lösungen, deren Resultate trendgetrieben und optisch austauschbar sind. Unverkennbar ist dabei die Absicht. Adobe will Anwender vermehrt in seine Dienste einbinden und fühlt sich wohl von neuen baukastenartigen Lösungen für Websites bedrängt.

Aus Anwendersicht ist dieser Entscheid zu bedauern. Muse hatte seine treue Anwenderschaft. Muse hatte seine Berechtigung und war bestens verzahnt mit diversen anderen Adobe-Programmen. Muse war ein idealer Einstieg und das Webprogramm erlangte in den acht Jahren seinen Platz in der Ausbildung verschiedener gestalterischer Berufe an den Berufsschulen in der Schweiz.

 

Die neuen Color Fonts

Dahinter steckt OpenType-SVG, ein Schriftartenformat, mit dem Buchstaben in Form von skalierbaren Vektorgrafiken (SVG) dargestellt werden. Dadurch wird die Anzeige mehrerer Farben in einem Buchstaben möglich.

Solche vektorbasierten Schrifteffekte wurden bis anhin in einem Grafikprogramm wie Adobe Illustrator erstellt. Mit einem Color Font tippt man nun ganz einfach einen solchen Effekt. Die klassischen Einsatzgebiete werden sich jedoch auf Titelschriften und dergleichen beschränken. Die Entstehung solcher Schriften geht vermutlich auf das Jahr 2010 zurück, als Apple farbenfrohe Emoji hinzufügte. Diese werden seither auf dem Handy gerne verwendet. Die eingeführte Fähigkeit, mehrfarbige Vektorelemente in einer einzigen Glyphe zu platzieren, ist somit wohl den weit verbreiteten Emoji-Zeichen zu verdanken. Color Fonts basieren auf neuen Formaten wie Apple SBIX und Google CBDT. Beide sind proprietäre Formate und auf Bitmap (PNG) aufgebaut. Ferner unterstützt Microsoft mit dem auf OpenType basierenden Vektorformat COLR die Farbschriften für verschiedene eigene Lösungen wie DirectWrite oder Direct 2D. Der neue Font wird als OpenType SVG (W3C SVG, OpenType 3) angeboten. Dieses Format beinhaltet sowohl eine Vektor- als auch eine Bitmapdarstellung.

Volle Unterstützung bietet zurzeit Illustrator CC 2018, Photoshop CC 2018 und das ab Mai erhältliche Quark XPress 2018. Photoshop CC 2017 war die erste Anwendung, die Bitmap- Farbschriften unterstützte. Mit dem Release Photoshop CC 2018 werden nun auch Vektor-Farbschriften unterstützt. QuarkXPress 2018 ist die erste Layoutsoftware, die Farbschriftarten, Bitmap und Vektor, vollständig unterstützt. Zwar unterstützt InDesign CC 2018 Color Fonts, jedoch bloss auf Basis einer «experimentellen Farbschriftunterstützung ». Adobe nennt das eine Technologievorschaufunktion. Diese Funktionen sind laut Adobe möglicherweise noch nicht komplett produktionsbereit. Es soll angeblich mit Farbschriften in InDesign zur Zeit noch Probleme bei der Ausgabe geben. Affinity Foto und Affinity Designer unterstützen in den aktuelle Versionen keine Color Fonts.

Mit Adobe Illustrator CC 2018 wird nebst der Emoji-Schrift die Trajan Color installiert. Das ist ein vollwertiger Color Font, er wie die normale Trajan auf Grossbuchstaben beruht. Beim umwandeln in Zeichenwege erkennt man gut die Methode im SVG-Schriftformat. Feinste Details werden korrekt als Vektoren für die entsprechenden Füllungen und Verläufe dargestellt. Color Fonts werden unter anderem bei Creative Market angeboten (creativemarket.com). Mit Fontself (fontself.com), einem Plug-in für Illustrator und Photoshop (CC 2018), lassen sich eigene Color Fonts erstellen.

Mein persönliches Fazit: Sobald die Design-Anwendungen die Color Fonts vollumfänglich unterstützen, wird man wohl des Öfteren diese ausgeflippten Schriften sehen. Durch die leichte Zugänglichkeit und die breite Verwendung wird mit Farbschriften zwangsläufig auch übertrieben und es kommt zu Ermüdungserscheinungen bei den Emoji-Symbolen. Doch das wird sich einpendeln. Zurück bleibt dann eine spannende, nützliche und sinnvolle Methode für eine erweiterte Ausdrucksweise in der Typografie.

 

Bilder zuschneiden in Illustrator

Ab Illustrator CC 2017 kann man ein Bild direkt bescheiden. Gut Ding braucht bekanntlich Weile. Dazu wählt man das Bild aus und klickt in der Steuerung auf Bild zuschneiden. Um den Vorgang auszuführen, muss Illustrator eine Kopie des Bildes einbetten. Die Einbettung bewirkt, dass das entsprechende Bildmaterial vollumfänglich in das Illustrator-Format aufgenommen wird. Dadurch vergrössert sich die Illustrator-Datei um den Faktor der Bildgrösse, auf der anderen Seite gibt es so eine Verknüpfung zur Originaldatei.

Man wird über eine gut verständliche Hinweismeldung über diesen Vorgang in Kenntnis gesetzt. Danach bildet sich ein Zuschneidungsrahmen über dem Bild an welchem man die Wunschgrösse einstellen kann. Auffallend ist hier, dass man zwar die Breite und Höhe frei definieren kann, jedoch ist es nicht möglich, gleichzeitig eine Drehung vorzunehmen. Ist man mit der Grösse zufrieden, so klickt man in der Steuerung auf Anwenden. Erst jetzt zeigt das Bedienfeld Verknüpfungen das Symbol der Bildeinbettung an. Ferner löscht Illustrator nun in den Verknüpfungen den Bildnamen. Die Pfadansicht zeigt eindrücklich, was Illustrator unter dem Bild zuschneiden versteht. Die aussenliegende Bereich sind weg. Die eingebettete Kopie des Bildes wird effektiv auf den Zuschneidungsrahmen beschnitten.

Diese ziemlich endgültige Sache ist umso verwunderlicher, wenn man mit InDesign arbeitet. Dort kann man den Inhalt eines Rahmens jederzeit bearbeiten. Warum Adobe diese neue Funktion nicht so gelöst hat wie in InDesign, das lässt Fragen offen. Dem Illustrator liegt das PDF-Format zu Grunde. Dies ist denn auch die wahrscheinlichste Erklärung. Doch auch im PDF-Format können Bilderbescheidungen als zwei Objekte enthalten sein. Dass es nicht zu einer Angleichung mit InDesign im Bereich Bilder zuschneiden kam, das verwundert.

 

JavaSkript bei PDF-Formularen

Bei einem kürzlich abgeschlossenen Auftrag musste in einem PDF-Formular eine Berechnung der Felder erfolgen und es musste der Mehrwertsteuersatz ausgewiesen werden. Das ist an sich eine einfache Sache. Doch ferner muss ein definierter Mindestbestellwert berücksichtigt werden. Wird der überschritten, so fällt er weg. Die Differenz des Mindestbetrages sollte in der Summenbildung in ein zusätzliches Feld draufgeschlagen werden und zu einer logischen Gesamtsumme münden. Mit JavaSkript lassen sich solche und noch viele andere Kundenwünsche lösen.

 

Erfolgreiche Weiterbildung für Fachlehrer/innen

Letztes Jahr konnte ich erfolgreich eine durchgeführte Weiterbildung für die Fachlehrer/innen der Berufsschulen Zürich, Luzern und Weinfelden abschliessen. Das gesamte Schulungsvolumen war umfangreich und beinhaltete im Wesentlichen neue interaktive Möglichkeiten in den aktuellen Anwendungen. Mit dem neu erworbenen Wissen über die neuen Medienkanäle können die Fachlehrer/innen ihre Lerninhalte für die Lernenden verschiedener Berufe in der Mediengestaltung und -produktion zeitgemäss erweitern. So entstanden von den Lernenden bereits sehr wirkungsvolle Projekte im Bereich interaktive Dokumente.

 

Massgeschneiderte Firmenschulungen

Immer wieder bin ich über den breiten Einsatz der Publishing Software beeindruckt. Oft mache ich Bekanntschaft bei Firmen mit ganz ungewöhnlichen Einsatzgebieten, wo man nicht vermuten würde, dass mit den Adobe Programmen so umfangreich gearbeitet wird.

In individuellen Trainings können die Themen übergreifend sein. So werden in diesen Trainings Bedienungsanleitungen aufgebaut, Workflow mit InDesign/InCopy aufgebaut, Farbeinstellungen erläutert, ein Colormanagement eingerichtet, Pantonefarben für individuelle Anforderungen auf dem Ausgabesystem angepasst, Formulare erstellt, Pinselbestände in Illustrator für spezifische Arbeiten angefertigt, Mehrkanalbilder in Photoshop erstellt, Freistelltechniken und Kolorierungen erklärt und natürlich auch diverse Effekte und Kniffe gezeigt, um noch wirkungsvollere Ergebnisse zu erzielen. Individuelle und massgeschneiderte Trainings aus einer Hand eben. Überzeugen Sie sich selber.

 

iBook Author überzeugt!

Geht es um Inhalte erstellen für iPad, so finde ich iBook Author von Apple sehr geeignet. Ich hatte Einblick in ein Projekt. Dabei überzeugten mich einerseits die gestalterischen Möglichkeiten, andererseits die Interaktionen und auch die relativ einfach Veröffentlichung.

Viele Vorlagen bilden zu Beginn eine gute Ausgangslage. Die meisten Vorgänge lassen sich während der Arbeit bequem mit Drag&Drop vornehmen. Zum anpassen oder editieren von Objekten reicht in der Regel ein Rechtsklick. Über Widgets werden Interaktionen hinzugefügt. Das Programm kennt Seiten, Musterseiten, Inhaltsverzeichnisse und Glossar. Sogar Inhalte aus InDesign lassen sich über das IDML-Format einfügen.

iBook Author ist ein ideales Werkzeug um Multi-Touch-Bücher, Firmenportraits, Trainingsunterlagen oder interaktive Lehrbücher mit Auswertungen und dergleichen zu erstellen und über den iBook-Store zu veröffentlichen. Die App ist jedoch nur auf die Apple-Geräte ausgerichtet und kostenlos im App-Store erhältlich. Perfekt für Firmenlösungen, bei welchen die Mitarbeiter über iPads verfügen.

 

Drehsymbole erstellen mit Illustrator

Neulich hatte ich für einen Auftrag im Bereich Bedienungsanleitung die Anforderung unter anderem Drehsymbole zu erstellen. Diese Symbole mussten bei den Abbildungen die Drehrichtung von Hebeln , Schrauben, Halterungen, Drehvorrichtungen und dergleichen, unmissverständlich darstellen.

Dazu eignet sich die 3D-Funktion von Adobe Illustrator. Man erstellt zuerst eine Pfeil und wählt für das Objekt eine helle Füllung sowie keine Kontur. Danach zieht man den Pfeil in das Bedienfeld Symbole. Anschliessend erstellt man ein Quadrat in weisser Füllungsfarbe ohne Kontur und wählt aus dem Menü Effekte > 3D-Effekte > Kreisen aus. Im Fenster des 3D-Effektes kann man auf Bildmaterial zuweisen klicken, dort die entsprechende Fläche des Körpers auswählen und das Pfeilsymbol platzieren. Wichtig ist das aktivieren der beiden Optionen Unsichtbare Geometrie und Bildmaterial schattieren. Vor allem Unsichtbare Geometrie ist wichtig, da so die in den Schatten liegende verborgene Fläche dargestellt wird. Im Grundfenster 3D-Kreisen kann man mit eingeschalteter Vorschau am Isometrischen Würfel ziehen, um den Pfeil in die gewünschte Richtung zu drehen.

Ich habe dann jeweils das Aussehen im Menü Objekt umgewandelt. Anstatt nun die aussen liegende Bereiche zu löschen, habe ich den Pathfinder Verdeckte Flächen entfernen benutzt. Einige Schattierungen habe ich dann farblich noch manuell nachgebessert.

 

Photoshop ist kinderleicht

Mit 16 Jahren ist ein Mensch zwar kein Kind mehr, doch meine Tochter entsprach vor zwei Jahren  genau diesem Teenie-Alter. Sie geht nach wie vor an die Kantonsschule. Dort hat Sie in ihrem Freifach Digitale Kommunikation (DigiKom) die Aufgabe erhalten, ein älteres Künstlerwerk mit einem heutigen Thema zu verbinden, eine Collage also mit einem Bildbearbeitungsprogramm. Die Fotos durften für diese Projektarbeit frei aus dem Internet heruntergeladen werden.

Die Kantonsschule verzichtet seit der Creative Cloud aus gut nachvollziehbaren Gründen auf die Adobe Programme und unterstützt aktiv das kostenlose Bildbearbeitungsprogramm GIMP, lässt den Schülern jedoch die freie Wahl, auch ein anderes Programm zu verwenden. So installierte ich vor etwa einem Jahr Photoshop und Illustrator CS5 auf ihrem iMac. Fragen über Funktionsweise dieser Programme hielten sich zu meiner Ernüchterung jedoch in ganz engen Grenzen.

Doch im Sommer wollte sie plötzlich das eine oder andere über Photoshop wissen. Ich zeigte ihr dann so altersspezifische Dinge wie Pickel retuschieren oder Haare anders einfärben. Auch zeigte ich ihr, wie man Bildbereiche mit den elementaren Werkzeuge  freistellt und erläuterte ihr das Grundprinzip der Ebenen. Einfach immer jeweils genau so lange, wie das ihre Konzentration und die Geduld zuliess. Und das waren jeweils nur kurze Sequenzen.

Um so mehr erstaunte mich dann der Resultat ihrer Arbeit. Sie stellte den Holzfäller des bekannten Bildes von Ferdinand Hodler in Photoshop frei und platzierte diesen auf dem Globus. Dort erstellte Sie ohne fremde Hilfe einen furchterregenden Graben und geizte nicht mit diversen wirkungsvollen Details. Dahinter platzierte Sie passend einen Sternenhimmel. Ihre Photoshop-Datei hatte letztlich 173 MB und beinhaltet allerhand Ebenen. Sie arbeitete, ohne dass ich ihr das tiefer erklärt hatte, mit Einstellungsebenen, Ebenenmasken und Lichtanpassungen.

In der Schule erreichte diese Arbeit ein -6. Ein leichter Abzug gab wohl die Zusatzaufgabe, ein von Hand skizziertes MakingOff abzugeben. Da meine Tochter direkt in Photoshop die Arbeit begann, musste sie eine Handskizze im Nachhinein erstellen. Diese nachträglich angefertigte Skizze war dann wohl nicht ganz perfekt. Ach ja, und ich gebe es gerne zu: ich bin stolz auf diese Arbeit!

 

Dynamische Formularlösung erstellt

Letzte Woche wurde eine umfangreiche Formularlösung eines Kunden aus der Versicherungsbranche abgenommen. Es handelte sich um eine PDF-Formularlösung mit vielen dynamischen Elementen wie erweiterbare Textfelder, über Optionsfelder ein- und ausblendende Blöcke und durch Benutzereingaben gesteuerte dynamische Tabellen mit hinzufügen oder wegnehmen von Seiten innerhalb des  PDF-Dokumentes. Die Lösung war auf den Adobe Designer ausgelegt.

Was mir bei Vorgesprächen mit dem Kunden dabei besonders auffiel, ist die vehemente Ablehnung einer Cloudlösung, welche nach ihrer Meinung nur  Abhängigkeit, Überwachung und Hoheitsverlust ihrer Daten bedeutet. Die Lösung musste dem Desktoprechner lauffähig sein, was einem Designerprojekt gut in die Hände spielt.

Das XDP-Format (XML Data Package) des Adobe Designers ist auf Mobile nicht lauffähig. Das Adobe-Format XDP erlaubt einen Datenaustausch innerhalb von PDF. Für weitergehende Lösungen für Desktop und Mobile gibt es den Adobe Experience Manager. Dieses Tool ist ein Web Content Management-System und kann Inhalte für Desktop und Mobile nach definierten Regeln bereit stellen. Da jedoch beim Adobe Experience Manager gewisse Prozesse cloudbasierend sind, schränkt sich dies die Akzeptanz der Lösung ein.

Weitere interessante Ansätze um benutzerdefinierte Inhalte zu generieren bieten HTML-Lösungen mit einer Erfassungsmaske und Entscheidungsregel auf Grund einer Java-Bibliothek. Hierzu müsste auch auf dem Server gearbeitet werden und  Angaben über Sicherheit, Authentifizierung, usw. müssten verfügbar sein.

So kommt nach wie vor eine übersichtlich gestaltete PDF-Lösung mit dynamischen Elementen sehr gut an. Diese ist gut verständlich, kann nach einem Herunterladen auch offline genutzt werden und der kostenlose Adobe Reader ist ein fest verankerter Teil jeder Station. Für international tätige Firmen ist dies ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

 

Datenschutz

Mit Spannung habe ich die Debatte über die Vereinbarung zur Datenübermittlung mit den USA verfolgt. Diese Themen interessieren mich sehr, nicht zuletzt weil ich seit vielen Jahren der Auffassung bin, dass in diesem Bereich viel zu wenig unternommen wurde. Es scheint, dass die eigennützigen USA auch hier alle «Verbündeten» einfach über den Tisch ziehen. Dem Absaugen von Daten, und auch dem Bezahlen mit persönlichen Daten von Leistungen, müssen Grenzen gesetzt werden.

Nun ist es so, dass der Europäische Gerichtshof  dem transatlantischen Datenfluss in Schranken weisen will. Die EU will mit den USA ein neues Abkommen aushandeln. Der Europäische Gerichtshof  hat die sogenannte Safe-Harbor-Vereinbarung zur Übermittlung von personenbezogenen Daten von der EU in die USA für ungültig erklärt.  Wirtschaftsverbände warnen im Eigeninteresse bereits vor verheerenden Auswirkungen für die Digital-Industrie und forderten eine Neuaushandlung eines Abkommens zwischen der EU und den USA.

Letztlich ist das Urteil eine Reaktion auf die NSA-Affäre, ausgelöst durch Edward Snowden. Das Verfahren ins Rollen gebracht hatte der österreichische Facebook-Kritiker Maximilian Schrems. Darüber habe ich vor Jahren gelesen und dass diese hartnäckige Person nun einen solchen Entscheid ausgelöst hat, ist erfreulich und ermutigend. Maximilian Schrems ist mit einer Beschwerde in Irland durchgekommen, da wo Facebook seinen europäischen Hauptsitz hat. Er argumentierte eigentlich sehr simpel, nämlich dass seine Facebook-Daten in den USA nicht vor Überwachung durch deren Geheimdienste geschützt seien.

Der Fall bleibt spannend, hat aber jetzt schon eine längst fällige Debatte ausgelöst und die Übermittlung von Daten in die USA wird ab sofort komplizierter. Doch es gibt noch viel zu tun. Es bleibt zu hoffen, dass vor allem die nachkommende jüngere Generation sich noch mehr bewusst wird, was für eine Tragweite der Datenschutz überhaupt hat.

 

E-Book rückläufig

Neuen technischen Entwicklungen im Medienkonsum trete ich meist mit einer gewissen Skepsis gegenüber. Dabei vergleiche ich Entwicklungen mit meinem Konsumverhalten. Konkret heisst das, dass mich das Lesen von E-Books auf irgend welchen Readern noch nie richtig begeistern konnte. Zwar befinden sich auf meinem iPad auch ein paar Bücher, doch ich bevorzuge das Lesen eines gedruckten Buches nach wie vor. Mir sind die vielen Änderungen der Geräte im Alltagsgebrauch einfach zu umständlich. Die Geräte altern schnell und bei einem neuen Gerät sind andere Bedürfnisse vorhanden. Das Aktualisieren von gekauften Inhalten gestaltet sich manchmal als mühsam. So bleibt das gedruckte Buch nach wie vor attraktiv. Lesenswerte Bücher hebe ich gerne auf.

Auch sehe ich im Freundes- und Bekanntenkreis eine sehr ähnliche Entwicklung. Zu Beginn wollten viele dabei sein. Doch wenn man jetzt nachfragt, zeigt sich auch hier, dass das Interesse eher weniger und nicht mehr geworden ist. Schuld sind auch hier, nebst dem akkubasierenden Leseerlebnis, die viele Änderungen und Anpassungen der E-Book-Reader und deren Bezugsquellen. Dies führt auch dort die Leser eher wieder in Richtung gedrucktes Buch.

Und nun ist diese Entwicklung auch noch offiziell. Das E-Book verliert an Attraktivität. Der E-Book-Anteil sank laut einer Studie des amerikanischen Verlegerverbandes AAP in diesem Jahr um 10 Prozent.

Ich bin überzeugt, dass das gedruckte Buch auch in absehbarer Zeit nicht durch die verschiedensten Geräte ersetzt wird, sondern vielmehr seine Stellung bewahren und gar ausbauen kann. Das E-Book wird eine Rolle einnehmen. Beiden gehört eine Zukunft. Es geht aber nicht nur in die eine Richtung. Man sollte da auch ein wenig vorsichtig sein gegenüber all dem Geschwätz, das von einer eigennützigen Allianz verbreitet wird. In vielen dieser herstellergesteuerten Äusserungen über die Glorifizierung und dem Siegeszug von E-Books mangelt es schlichtweg an einer Objektivität.

Im Hauptproblem der E-Book-Entwicklung sehe ich die kurze Lebensdauer der E-Book-Reader, zu viele Geräte von unterschiedlichen Herstellern oder Interessensgemeinschaften und das Verwässern von Standards. Es fehlen hier aufbauende verbindliche Richtlinen, wie das damals gemacht wurde mit dem W3C-Gremium zur Standardisierung der Techniken im Web. So gibt es auch in Zukunft die iPads, die Android- und die Surfacegeräte, die Kindels, die Tollinos, die PocketBooks, die Sony Readers, die Kobo Auras, die TrekStors, die BeBooks, die Bookeens und wie die alle heissen. Sie alle passen das biegsame Format in ihren Interessen an. Von Gemeinsamkeit kann hier leider kaum mehr die Rede sein.

 

Zeichnen mit Adobe Illustrator Draw auf iPad

Für iPad hat Adobe ein ganze Reihe von Apps entwickelt. Diese Apps sind verzahnt mit den Desktop-Programmen wie Adobe Photoshop CC oder Illustrator CC. Wer oft mit Illustrator CC arbeitet hat beispielsweise mit der App Adobe Draw eine gute Unterstützung für unterwegs. Adobe Draw reagiert hervorragend auf das Zeichnen mit dem Finger.

Beim Öffnen von Adobe Draw befindet man sich in einem Projekt. Ein Projekt besteht standardmässig aus fünf Zeichnungen. Ein Antippen einer Zeichnung wird der Zeichnungsmodus ersichtlich. Dort stehen stehen fünf Pinsel und ein Radiergummi zur Verfügung. Alle Pinsel kann man in Grösse, der Deckkraft und der Farbe einstellen.

Die Strichführung mit dem Finger ist präzise und genau. Mit Fingerstrichen lässt sich beispielsweise in beeindruckender Weise sehr leicht ein Schriftzug herstellen, welcher später in Illustrator weiter verarbeitet werden kann. Wichtig ist dabei, dass man sich mit Fingergesten vertraut macht. Streicht man beispielsweise mit zwei Fingern nach links, so wird damit der letzte Arbeitsschritt rückgängig gemacht. In die andere Richtung wird wieder hergestellt. Das Halten von zwei Fingern auf dem Display bewirkt das Verschieben der Ansicht.