Kennen Sie den Unterschied zwischen PSD und JPG?

 

Folgendes Beispiel: Sie erstellen in InDesign eine Mitarbeiterzeitzung. Sie bekommen von einem Portrait zwei Formate geliefert. Das eine in das gängige JPG-Format, welches Sie normalerweise in den Microsoft Office-Produkte verwendeten. Das andere ist eine PSD-Datei, das native Format von Adobe-Photoshop.

Zuerst platzieren Sie das JPG-Format. Sie sehen das gesamte Bild, inklusive dem grauen Hintergrund. Doch das ist nicht so, wie es sein sollte. Danach platzieren Sie die PSD-Datei des Portraits. Hier sehen Sie nur die Person, der Hintergrund ist weg. Was steckt dahinter?

JPG-Format

Das JPG-Format (oder auch JPEG) steht für Joint Photographic Expert Group. Das Format wurde 1992 für die Bilddigitalisierung entwickelt. Es beinhaltet eine Bildtiefe, eine Komprimierungsmethode und ist im Print und Web anzutreffen. Jede Digitalkamera, jedes Handy und jeder Scanner kann JPG erstellen und alle Programme können JPG öffnen, platzieren oder einfügen.

Dann ist aber auch mal Schluss. Im JPG-Format können nicht Dinge gespeichert werden, welche der leistungsfähige Adobe Photoshop zu erstellen vermag. Das sind unter anderem transparente Hintergründe, Ebenen, Kanäle und editierbare Texte und anderes.

PSD-Format

Das PSD-Format steht für Photoshop-Format und ist das eigentliche native Format für Adobe Photoshop. Das Format speichert alles was in Photoshop steckt. Für den Adobe-Workflow, also wenn Sie mit InDesign arbeiten und PDF's erstellen, können Sie dieses Format ohne Umweg verwenden. Doch ausserhalb des Adobe-Workflows ist dieses Format ziemlich einsam. Die Microsoft Office-Programme können (oder wollen) das Adobe-Format nicht verwenden.

Bilder freistellen

Adobe Photoshop ist ein sehr mächtiges Programm. Eine beliebte Methode ist es, in Photoshop Bilder oder Bildbereiche freizustellen.

Der Hintergrund des Portraits wurde in Photoshop mit einer maskenbasierenden Freistellmethode vom Hintergrund getrennt. Macht man dies korrekt und löscht Bildbereich, so erscheint das Schachbrettmuster, das Erkennungszeichen für einen transparenten Hintergrund. Das Portrait, welches in InDesign verwendet wurde, ist also in Photoshop freigestellt und in einem Format gespeichert, das diese Technik versteht. Und dies ist das PSD-Format.

Genau genommen könnte man das freigestellte Bild auch im TIF-Format speichern (Tagged Image File Format). Doch für die allermeisten Anwender hat der PSD-Format den Vorzug, denn es ist Teil der Programmentwicklung und ist an den Entwickler gebunden.

Zwei Formate ideal

Befinden sich im Projektordner zwei Formate, nämlich das JPG- und das PSD-Format, so ist das ideal. Man kann die Formate für unterschiedlich Zwecke einsetzen. Bedenken Sie aber: Wenn Sie das freigestellte PSD-Format neu als JPG speichern, so geht die Transparenz mit samt dem Ebenenaufbau verloren.

JPG kann auch Pfade speichern

Vielleicht haben Sie eine Situation vor Augen, wo Sie trotzdem ein JPG-Bild ohne Hintergrund in InDesign platziert haben. Das mag nun verwirren. Doch dann handelte es sich um einen Beschneidungspfad, welcher dem Bild mit Photoshop hinzugefügt wurde.

Photoshop kennt mit dem Zeichenstift eine vektorbasierende Freistellmethode, welche häufig bei Sujets mit klaren Kanten zum Zuge kommt. Da Vektoren an den Kanten immer hart sind, kann man diese Pfad-Methode jedoch nicht für alle Arten von Freistellungen verwenden. Beim gezeigten Bild des Motorradhelm macht dies absolut Sinn.

Über einer in InDesign angelegten Fläche platzieren Sie zwei Bilder. Links die JPG-Datei und rechts die freigestellte PSD-Datei.

In Photoshop geöffnet. Links das JPG (deckender Hintergrund) und rechts die PSD (transparenter Hintergrund).

Der Speichern-Dialog zeigt, dass Ebenen, damit sind auch die transparente Bereiche gemeint, nicht in das JPG-Format überführt werden können.

In Photoshop kann man mit dem Zeichenstift Pfade erstellen, diese als Beschneidungspfad definieren und das Bild im JPG-Format speichern.